»Bald sind wir ‚in der Mitte‘ des Geschehens«

Hafenkatze #3

Interview mit Bernd Hartnagel, Musiker

Auf dem historischen Gelände der Firma Bergmann & Simons Chemische Fabrik GmbH an der Deutz-Mülheimer Straße und gegenüber dem Lindgens Areal liegt heute ein Gewerbehof. Der Hof ist Teil des städtebaulichen Planungsgebiets zum DEUTZ-Areal, das wir in der HAFENKATZE #2 vorgestellt haben.

 

Im Hof vorne links liegt die Musikschule musicbrig. Kleine und große Fahrräder stehen vor der Tür. Durch das Fenster sehe ich eine Gruppe von Kindern, die auf Kissen im Kreis sitzen und einen Klangstab vorsichtig herumreichen.

Es ist Mittwoch, der Tag an dem die Kleinsten ihre Kurse haben. Der Flur ist voll mit Eltern und Kindern, die auf den Gruppenwechsel warten. Aus den anderen Räumen ertönen Saxophon- und Klavierklänge. Bernd Hartnagel reicht mir durch das Gewusel die Hand und bittet mich in sein Büro.

Bernd Hartnagel, 41 Jahre,

Gründer und Leiter der Musikschule »musicbrig«

Deutz-Mülheimer Straße 216, 51063 Köln

www.musicbrig.de



Wie lange sind Sie schon im Mülheimer Hafen ansässig? Wann sind Sie hierher gekommen?

Mit der Musikschule habe ich 2007 in der Mülheimer Freiheit 134 angefangen. 2013 sind wir dann in die Deutz-Mülheimer Straße 216 umgezogen.

 

Was ist Ihre Profession? Haben Sie eine Spezialität?

Ich selbst bin studierter Instrumental-Pädagoge und Saxophonist. 

Mit der Musikschule versuche ich immer, eine gute Bandbreite abzudecken. Für jede Altersstufe – von den ganz Kleinen bis hin zum 70jährigen gibt es hier Schüler.

Musikalische Früherziehung ist aktuell sehr gefragt, das wurde mit der Zeit immer mehr.

 

Warum hatten Sie sich entschlossen hierher zu ziehen?

Hier können wir in Ruhe Musik machen und stören niemanden in der Nachbarschaft. Das Flair und die alten Backsteingebäude haben mich auch immer schon angezogen.

 

Was verbinden Sie mit Mülheim, dem Mülheimer Hafen oder dem alten Deutz-Areal?

Ich wohne hier in Mülheim, der Hafen ist für mich Naherholung. Ich kann hier eine Auszeit nehmen, gehe im Jugendpark joggen oder spazieren.

Es ist auch interessant zu beobachten, was sich in der Hafenstraße nach und nach verändert. Ich find es zum Beispiel super, dass man mittlerweile bei dem »Anrheiner«-Gelände am Rheinufer durchgehen kann.  

Kennen Sie die städtebaulichen Planungen zum »Mülheimer Süden inklusive Hafen« und

was verbinden Sie damit?

Ich habe einmal im Stadtanzeiger architektonische Ideen und Pläne gesehen – viele Wohnungen. 

Für die Musikschule ist das natürlich gut. Bald kann ich vielleicht sagen, dass wir »in der Mitte« des Geschehens liegen und nicht »am Rand«.

 

Was wünschen Sie sich für das neue Quartier?

Gastronomie, einen Imbiss oder einen Kiosk, fußläufig erreichbar und den ganzen Tag über geöffnet. 

 

Wo sehen Sie den Mülheimer Hafen im Jahr 2020?

 

Das ist schwer zu sagen. Ich wohne seit 1998 in Mülheim und sage seitdem beständig voraus, dass sich hier in zwei bis drei Jahren etwas tun wird. Es tut sich schon etwas, aber sehr langsam. Zum Beispiel kenne ich jetzt Musikerkollegen, die nach Mülheim ziehen oder überhaupt darüber nachdenken. Das ist neu, das gab es '98 noch nicht. Das hängt natürlich auch mit den gestiegenen Mietpreisen in anderen Vierteln zusammen. Vielleicht beschleunigt sich diese Entwicklung in Mülheim ja jetzt.

 

Das Interview führte Jenny Hagmann.



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